4 Schritte zur Erwerbsminderungsrente

Die Erwerbsminderungsrente richtig beantragen

Ich möchte voraus schicken, dass mit diesem Artikel nicht zum Sozialbetrug aufgerufen wird. Dieser Artikel soll vielmehr kranken Menschen helfen, damit Sie prüfen können, wie die persönlichen Chancen auf die Erwerbsminderungsrente stehen. Außerdem wird erklärt, was bei der Antragstellung zu beachten ist. Darüber hinaus sollen Selbstständige (oder diejenigen, die darüber nachdenken) sowie Aussteiger (oder diejenigen, die darüber nachdenken) über die Erwerbsminderungsrente informiert werden.

4 Schritte zur Erwerbsminderungsrente

1. Voraussetzung aus Pflichtbeiträgen

2. Medizinische Voraussetzung

3. Grad der Behinderung (GdB) beantragen

4. Reha vor Rente, Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben

Schlussbemerkung

Links

1. Voraussetzung aus Pflichtbeiträgen

Neben den medizinischen Voraussetzungen müssen Sie vor Eintritt der Erwerbsminderung in den letzten fünf Jahren (sogenannte allgemeine Wartezeit) vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens drei Jahre mit Pflichtbeiträgen belegen. Erfüllen Sie diese Voraussetzungen nicht, ist es unerheblich, wie krank Sie auch sind, Sie haben keinen Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente.

Sie sollten wissen, dass der Anspruch auf Erwerbsminderungsrente verloren geht, wenn Sie nicht mehr in die Rentenversicherung einzahlen. Als zukünftiger Selbstständiger oder Aussteiger müssen Sie überlegen, ob Sie sich den Anspruch auf Erwerbsminderungsrente erhalten möchten. Sie können freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Derzeit liegt der monatliche Mindestbeitrag bei 84 Euro (1.008 Euro pro Jahr). Die mit einem Monatsbeitrag von 84 Euro erworbenen Rentenansprüche, sind allerdings so minimal, dass sie für Ihre Altersvorsorge vernachlässigt werden können.

Üben Sie einen Minijob (bis 450 Euro) aus, sind Sie rentenversichert, aber nicht krankenversichert – sofern Sie die Rentenversicherung nicht abwählen. Üben Sie einen sogenannten Midijob aus (450,01 Euro bis 800 Euro) sind Sie preiswert sowohl renten- als auch krankenversichert. Beispielsweise angehende Selbständige, die auf diese Weise sehr günstig eine Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung erlangen können.

Können Sie die letzten fünf Jahre mit drei Jahren Pflichtbeiträgen belegen, benötigen Sie die medizinischen Voraussetzungen für die Erwerbsminderungsrente. Bevor Sie sich ans Prüfen Ihrer medizinischen Chancen auf Erwerbsminderungsrente machen, sollten Sie auf Ihre jährliche Renteninfo schauen, ob Sie überhaupt von Ihrer Erwerbsminderungsrente leben können. Sie haben bei einer Rente von circa unter 700 Euro zwar Anspruch auf die Grundsicherung im Alter, allerdings nur, wenn Sie über 65 Jahre sind oder die Erwerbsminderungsrente dauerhaft beziehen. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Sie bei einem Erstantrag eine dauerhafte Erwerbsminderungsrente bekommen, die Erwerbsminderungsrente wird meistens befristet bewilligt. Nach mehreren Folgeanträgen wird die Erwerbsminderungsrente in eine unbefristete Rente umgewandelt, wenn abzusehen ist, dass Sie aufgrund Ihrer Krankheit nicht mehr in den Arbeitsmarkt vermittelbar sind.

Eine Erwerbsminderungsrente wird gezahlt, wenn jemand weniger als drei Stunden pro Tag arbeiten kann. Die halbe Rente gibt es bei drei bis sechs Stunden pro Tag. Außer Sie sind arbeitslos, dann haben Sie sozusagen „Glück“ und bekommen die volle Rente, wenn Sie drei bis sechs Stunden arbeiten können. Vorausgesetzt die Rentenversicherung genehmigt Ihnen die Erwerbsminderungsrente.

2. Medizinische Voraussetzung

Haben Sie eine lange Krankheitsgeschichte hinter sich, welche durch Befunde gut dokumentiert ist? Falls Sie es noch nicht gemacht haben, dann prüfen Sie doch, wie Ihre Chancen auf eine Erwerbsminderungsrente stehen. Sie können Ihren behandelnden Arzt fragen oder im Internet recherchieren. Alternativ gibt es bei psychischen Krankheiten die „Leitlinie Sozialmedizinische Beurteilung bei psychischen und Verhaltensstörungen“ der Deutschen Rentenversicherung (siehe Link unten). Auf den ersten Seiten, insbesondere in der Tabelle auf der Seite 12, kann man rein informativ sehen, für welche Diagnosen hauptsächlich im Jahr 2010 Erwerbsminderungsrente bewilligt wurden.

Sie müssen nicht die gesamten Leitlinien studieren, es reicht, wenn Sie Ihre vorhandenen Diagnosen suchen und sich die entsprechenden erwerbsrelevanten Tätigkeiten/Tätigkeitsmerkmale zu Gemüte führen. Durch Vergleich mit Ihren Diagnosen und Ihren erwerbsrelevanten Tätigkeiten/Tätigkeitsmerkmalen können Sie grob Ihre Chancen auf die Erwerbsminderung abschätzen. Betrachten Sie sämtliche Diagnosen, denn Sie werden bei der Beurteilung der Erwerbsminderung umfassend betrachtet. Haben Sie beispielsweise eine psychische Erkrankung, wie eine wiederkehrende Depression (F33 Rezidivierende depressive Störungen) und gleichzeitig einen zurück liegenden, eventuell nie ausgeheilten Bandscheibenvorfall, dann findet das Berücksichtigung – sofern Sie aktuelle Befunde darüber haben. Haben Sie Ihre Befunde nie gesammelt, dann fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach, ob diese Ihnen eine Liste der letzten Jahre zusenden kann.

3. Grad der Behinderung (GdB) beantragen

Es ist empfehlenswert, vor der Antragstellung der Erwerbsminderungsrente zu prüfen, ob Sie Anspruch auf einen Grad der Behinderung haben. Warum?

Nun, dann hat sich schon mal eine Behörde mit Ihrem Fall beschäftigt und über den Grad der Behinderung entschieden.

Sie sollte auch wissen, dass Sie ab einen Grad der Behinderung von 30 Prozent einen Anspruch auf einen Steuerpauschbetrag haben.

Ab einen Grad der Behinderung von 50 Prozent können Sie zwei Jahre früher in Rente oder vier Jahre eher in die Rente mit Abschlag wechseln – vorausgesetzt, Sie erfüllen die rentenrechtlichen Zeiten. Sind Sie sich unsicher, wegen der rentenrechtlichen Zeiten, empfehle ich Ihnen: einen Beratungstermin mit Ihrer Rentenversicherung.

Auch haben Sie Vorteile beim Kündigungsschutz. Hierzu verweise ich auf: Fragen und Antworten zum Kündigungsschutz für Menschen mit Behinderung“ auf der Webseite des Sozialverbandes VDK (siehe Link unten).

Mit Hilfe der Tabelle „Grad der Behinderung/Minderung der Erwerbsfähigkeit (GdB/MdE-Tabelle)“ (siehe Link unten), können Sie abschätzen, welche persönlichen Chancen sie haben, um den Grad der Behinderung bescheinigt zu bekommen. Denken Sie wieder an die ganzheitliche Betrachtung, also vergessen Sie keine Diagnose. Und ganz wichtig! Falls sich Ihr Gesundheitszustand verschlechtert und dies durch einen ärztlichen Befund dokumentiert wird, prüfen Sie und stellen unbedingt einen Änderungsantrag zum Grad der Behinderung.

Die Erst- und Änderungsanträge für einen Schwerbehindertenausweis bekommt man bei den Versorgungsämtern der Kommunen. Diese legen den Grad der Behinderung fest und stellen gegebenenfalls den Schwerbehindertenausweis aus.

4. Reha vor Rente, Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben

Sie werden in der Regel keine Erwerbsminderungsrente bekommen, bevor Sie nicht an einer medizinischen Rehabilitation (Reha) teilgenommen haben. Der Grundsatz der Rentenversicherung lautet „Reha vor Rente“. Die Reha wird in der Regel stationär in einer Kurklinik durchgeführt und dauert fünf Monate oder je nach Diagnose länger. Mitunter kann man eine ambulante Reha bekommen. Der Antrag wird bei Ihrer Rentenversicherung gestellt und muss von einem Arzt unterstützt werden, neuerdings kann dies ein Psychotherapeut übernehmen.

Sind Sie schon länger krank geschrieben, dann kann Ihre Krankenkasse verlangen, dass Sie sich vom sogenannten medizinischen Dienst der Krankenkasse begutachten lassen müssen. Die Krankenkasse kann Sie dann auffordern, dass Sie einen Antrag auf Rehabilitation stellen müssen. Sie darf Sie nicht dazu auffordern, einen Antrag auf Erwerbsminderung zu stellen.

Von der Stiftung Warentest wird empfohlen: „Schöpfen Sie als gesetzlich Kranken­versicherter Ihren Anspruch auf maximal 72 Wochen Krankengeld voll aus. Ziehen Sie erst dann eine Erwerbs­minderungs­rente in Erwägung. Ihre Krankenkasse kann Sie nicht zwingen, so eine Rente zu beantragen.“ Außerdem hat die Stiftung Warentest eine frei zugängliche „Checkliste: So klappt es mit der Erwerbs­minderungs­rente“ am 10.05.2017 veröffentlicht (siehe Link unten). Die Stiftung Warentest empfiehlt, wie ich auch, suchen Sie Rat beim Sozialverband VDK.

Es ist empfehlenswert einen Termin mit dem VDK Sozialverband zu vereinbaren. Die Beratung ist kompetent und in der Regel kostenlos. Erst wenn der VDK juristischen Beistand leistet, müssen Sie Mitglied werden und gegebenenfalls einen Obolus für die juristische Vertretung zahlen. Der Monatsbeitrag fällt mit fünf bis sechs Euro in Abhängigkeit vom Bundesland sehr moderat aus. Gegebenenfalls wird eine Mitgliedschaft von mindestens einem Jahr in der Satzung gefordert. Wird Ihr Antrag auf Rehabilitation oder Erwerbsminderungsrente abgelehnt, hilft der Sozialverband VDK ebenfalls.

Fall Sie eine Reha bewilligt bekommen, werden Sie mit einem Befund entlassen – logisch. Dieser Befund enthält die Einschätzung, ob Sie weniger als drei Stunden pro Tag oder bei der halben Rente drei bis sechs Stunden pro Tag arbeiten können. Sind Sie arbeitslos, dann bekommen Sie, wie bereits erwähnt, die volle Rente, wenn Sie drei bis sechs Stunden arbeiten können. Haben Sie den Befund, dass Sie weniger als drei oder drei bis sechs Stunden arbeiten können, sind rein formal die medizinischen Voraussetzungen für die Erwerbsminderungsrente gegeben. Punkt! Aber es kann passieren, das sagt Ihnen niemand und sie stellen folgerichtig keinen Antrag auf Erwerbsminderungsrente. Im Gegenteil, die Reha-Klinik empfiehlt Ihnen vielleicht, die sogenannte Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben bei der Rentenversicherung zu beantragen.

Sehr selten wird Ihnen die Klinik empfehlen, einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente zu stellen. Hierzu muss man wissen, die Kliniken werden von der Rentenversicherung bezahlt und sind dazu da, die Menschen ins Arbeitsleben zu entlassen aber nicht in die Rente, welche die Rentenversicherung nun mal bezahlen muss.

Wir Ihnen die Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben bewilligt, folgt ein Beratungsgespräch bei der Rentenversicherung. Es wird besprochen, welche Maßnahmen für Sie sinnvoll sind, um Ihre volle Erwerbsfähigkeit wieder herzustellen. Das können Trainingsmaßnahmen oder Umschulungen sein, sogar der Weg in die Existenzgründung mit Förderung durch die Arbeitsagentur ist möglich. Vorausgesetzt, Ihre Diagnose lässt dies zu und Sie haben noch mindestens fünf Monate Anspruch auf Arbeitslosengeld (ALG I).

Nun kann es sein, dass sich Ihr Gesundheitszustand verschlechtert und Sie das durch entsprechende Diagnose/Befunde belegen können, dann können und sollten Sie sofort einen Antrag auf Erwerbsminderung stellen. Ich empfehle, einen formlosen Antrag bei Ihrer Rentenversicherung einzureichen und gleichzeitig einen Termin bei der Rentenversicherung zum Prüfen der Antragsformulare zu vereinbaren. Damit gewährleisten Sie, dass der formelle Antrag korrekt und vollständig eingereicht wird.

Nun gilt es noch einige Feinheit beim Antragsdatum zu beachten. Falls Sie eine unbefristete Rente bewilligt bekommen, meistens eine halbe Rente, gilt laut der Broschüre der Deutschen Rentenversicherung „Erwerbsminderungsrente Ein Netz für alle Fälle“ (siehe Link unten): „Wenn Sie Ihren Rentenantrag innerhalb von drei Kalendermonaten nach Eintritt der Erwerbsminderung bei der Rentenversicherung einreichen, wird Ihre un­befristete Rente ab dem Monat nach Eintritt der Er­werbsminderung gezahlt. Liegt Ihr Antrag erst nach Ablauf der drei Kalendermonate vor, zahlt die Renten­versicherung die Rente erst vom Antragsmonat an.“

Bekommen Sie eine befristete Rente (eher der Regelfall) gilt laut der Broschüre: „Eine befristete Rente beginnt frühestens mit dem siebten Kalendermonat nach Eintritt Ihrer Erwerbsminderung. Damit sie rechtzeitig gezahlt werden kann, reicht es aus, wenn Sie die Rente bis zum Ablauf dieses siebten Kalen­dermonats beantragen.“

Haben Sie vor Beantragung der Erwerbsminderungsrente einen Antrag zur Leistung auf Teilhabe am Arbeitsleben gestellt, dann zählt ab diesem Antragsdatum die Siebenmonatsfrist.

Stellen Sie sich bitte seelisch und moralisch darauf ein, dass Sie auf Ihren Antrag hin in der Regel einen Gutachtertermin bei einem Arzt bekommen. Dieser hat den Auftrag, Ihre Erwerbsminderung zu begutachten. Ich höre immer wieder, nicht nur im Zusammenhang mit einem Gutachtertermin sondern generell, dass sich so mancher schämt, beim Arzt seine Leiden zu erwähnen. Sie wollen nicht als weinerlich oder jammernd gelten. Sollen Sie auch nicht, aber wenn es Ihnen schlecht geht, Sie etwas belastet oder Sie nur eingeschränkt am allgemeinen Leben teilnehmen können, dann sagen Sie es auch.

Lassen Sie mich von meinen Erfahrungen berichten. Ich habe Jahre lang beispielsweise nicht darüber geredet, dass ich keine Kaffeetasse halten kann, ohne zu zittern. Also habe ich nie Kaffee getrunken, sobald ich nicht allein war, okay im kleinen Familienkreis ging es. Sicher es mag erblich bedingt sein, in unserer Familie ist das Zittern (Tremor) sowohl von mütterlicher als auch väterlicher Seite her vererbt. Irgendwann wurde es so schlimm, dass Geschäftsessen für mich zur Horrorvorstellung wurden, mittlerweile konnte ich nicht mal mehr das Besteck halten, ohne zu zittern. Es hat mich so belastet, dass ich zum Psychologen ging. Damals sollte ich Medikamente gegen das Zittern nehmen. Ich hatte für mich entschieden, lieber lebe ich mit dieser Einschränkung als das ich dauerhaft Medikamente nehme. Aber ich bekam die Diagnosen „Tremor“ verbunden mit einer „Sozialen Phobie“. Und so was kann später bei der Beantragung einer Erwerbsminderungsrente helfen.

Die Rente wegen Erwerbsminderung wird leider oft abgelehnt, sodass eine gute Vorbereitung der Antragstellung sehr sinnvoll ist. Ich hoffe, dabei konnte ich mit diesem Beitrag helfen. Es ist übrigens ein offenes Geheimnis: Wer an einem körperlichen Leiden krankt, hat schlechte Karten. Diejenigen, die an einer psychischen Krankheit erkrankt sind, dürfen eher auf eine Erwerbsminderungsrente hoffen.

Es steht Ihnen frei, die Erwerbsminderungsrente zu beantragen. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Ablehnung oder Zusage. Wird die Rente genehmigt, haben Sie finanziell weniger Sorgen, die Krankenversicherung ist inklusive.

Das Thema Erwerbsminderung ist komplex, aber beherrschbar. Ich empfehle immer zusätzlich zum VDK Sozialverband und die kostenlose Beratungsleistung der Rentenversicherung in Anspruch nehmen. Je mehr man sich vorbereitet und informiert, um so besser.

Schlussbemerkung 

So mancher wird sich fragen, warum explizit auf die Selbstständigkeit beziehungsweise das Leben als Aussteiger abgestellt wird. Nun, psychische und organische Krankheiten haben neben der genetischen Veranlagung und anderen Ursachen ihren Ursprung sehr oft im Stress. Selbst dem Dalai Lama ist aufgefallen, dass die sogenannte Wohlstandsgesellschaft überproportional an psychischen Leiden krankt. In einem seiner Bücher beschreibt er ein persönliches Aha-Erlebnis. Er ist bei einer sehr wohlhabenden Familie eingeladen, glaubt hier ist er im Himmel auf Erden angekommen. Bis er zufällig im Badschrank auf ein Arsenal an Arzneimitteln vorzugsweise Psychopharmaka stößt. Er sinniert darüber: Kann nicht begreifen, dass Menschen, die scheinbar alles haben, krank werden. Vergleicht dieses Leben mit dem schweren, entbehrungsreichen Leben in seinem indischen Exil oder dem nicht mehr vorhandenem Leben in Tibet, aus dem er mit seinem Volk vertrieben wurde. Kommt zu dem Schluss, dass die Segnungen des modernen Lebens offensichtlich psychisch krank machen. Der Auslöser ist immer Stress in irgend einer Form.

Es ist bekannt, dass eine Selbstständigkeit durchaus mehr Stress erzeugen kann, als ein Angestelltenverhältnis. Aber mir schwebt bei der Selbstständigkeit eher das Leben eines digitalen Normaden vor, als die klassische Selbstständigkeit. Digitale Normaden sind Menschen, die ortsunabhängig arbeiten und leben – also einen selbstbestimmten Lebensstil pflegen und offensichtlich sehr zufrieden mit ihrem Leben sind. Es gibt hierzu einen interessanten, informativen Blog (siehe Link unten).

Jetzt kommen wir noch zu einem anderen entscheidenden Punkt: Wieviel Geld benötigen wir eigentlich, um stressfrei als Aussteiger oder Selbstständiger zu leben? Diese Frage kann sich nur jeder selbst beantworten. Beispielsweise habe ich meinen schicken Sportwagen verkauft und es zu meiner eigenen Überraschung auch nicht bereut, das Gegenteil ist eingetreten. Ich war befreit!

Meine Erfahrungen auf den Weg ins Aussteiger-Leben, beziehungsweise sämtliche gesammelten Erkenntnis finden Sie in meinem Aussteigerbuch  (siehe Link unten) zusammen gefasst. Wem es interessiert, wie es in einer Psychiatrie oder einer Rehabilitationsklinik zu geht und was zu erwarten ist, dem empfehle ich mein Buch „Eine Karriere – vom Ministerium in die Klapse und zurück ins Leben als Aussteiger: Die Geschichte einer bipolaren Störung: vom Mobbing zur Manie in die Depression und zurück ins Leben als Aussteiger“ (siehe Link unten).

Abschließend meine ich aus heutiger Sicht, jede Krise birgt auch eine Chance. Glauben Sie mir, nur Mut. In diesem Sinne! Gruß Elke

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Links

Leitlinie Sozialmedizinische Beurteilung bei psychischen und Verhaltensstörungen

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/3_Infos_fuer_Experten/01_sozialmedizin_forschung/downloads/sozmed/begutachtung/leitlinien_rehabeduerftigkeit_psychische_stoerungen_pdf.html

Fragen und Antworten zum Kündigungsschutz für Menschen mit Behinderung (Sozialverband VDK)

https://www.vdk.de/deutschland/pages/68388/kuendigungsschutz_fuer_menschen_mit_behinderung

Grad der Behinderung / Minderung der Erwerbsfähigkeit (GdB/MdE-Tabelle)

http://www.sa-bi-ne.de/resources/gdb_mde_tabelle$5B1$5D.pdf

Check­liste: So klappt es mit der Erwerbs­minderungs­rente (am Seitenende ganz unten!!!)

https://www.test.de/erwerbsminderungsrente-5176318-0/

Broschüre der Deutschen Rentenversicherung „Erwerbsminderungsrente Ein Netz für alle Fälle“

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/03_broschueren_und_mehr/01_broschueren/01_national/erwerbsminderungsrente_das_netz_fuer_alle_faelle.pdf?__blob=publicationFile&v=27

Aussteigerbuch: Sei glücklich und frei! Lebe als Aussteiger!: Ein Ratgeber zur finanziellen Planung des vorzeitigen Berufsausstiegs. von Elke Fischer

https://www.amazon.de/glücklich-frei-Lebe-Aussteiger-Berufsausstiegs-ebook/dp/B01MXDZMB4/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1496381780&sr=8-1&keywords=aussteiger

Eine Karriere – vom Ministerium in die Klapse und zurück ins Leben als Aussteiger: Die Geschichte einer bipolaren Störung: vom Mobbing zur Manie in die Depression und zurück ins Leben als Aussteiger

https://www.amazon.de/Eine-Karriere-Ministerium-Aussteiger-Geschichte-ebook/dp/B01E8ZG2YU/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1496382050&sr=8-1&keywords=vom+ministerium

Selbstständigkeit als Digitaler Nomade

Digitale Nomaden

Reicht Ihre Rente zum Leben? Droht Altersarmut? – Ein Rentenrechner beantwortet diese Frage!

Eine einfache Methode mit der Sie prüfen können, ob Ihre Rente zum Leben reicht.

Im Folgenden erläutere ich Ihnen eine einfache Methode, wie Sie in Ihre finanzielle Zukunft schauen können. Die Methodik ist analog der Berechnung, welche mir geholfen hat, mit 48 Jahren zu kündigen und seit dem, ein glückliches Leben als Aussteigerin zu führen. Hier erkläre ich an einem Beispiel, wie Sie prüfen können, ob die von Ihnen bereits erworbenen Rentenansprüche einmal für Sie zum Leben ausreichen.

Um Ihnen die Methodik des Rentenrechners zu erläutern, werden wir ein einfaches Beispiel betrachten. Nun ist es schwierig etwas zu erklären, was man nicht vor sich sieht. Daher, wenn Sie echtes Interesse haben, empfehle ich Ihnen, besorgen Sie sich den Rentenrechner (siehe Link unten). Es wurde von einem Aussteiger als

„Berechnungsprogramm für Berufsaussteiger und Auswanderer“

entwickelt und eignet sich sehr gut als Rentenrechner. Sie können den Rentenrechner für fünf Euro erwerben, das Geld wird gespendet. Sie bekommen sogar eine Spendenquittung.

Neben dem Rentenrechner benötigen Sie die Höhe Ihrer Ausgaben, die Einnahmen, soweit vorhanden, die Summe Ihrer Ersparnisse und die erworbenen Rentenansprüche. In meinem Aussteigerbuch (siehe Link unten) erörtere ich ausführlich diese Punkte. Je besser Sie Ihre Werte kennen, um so genauer wird die finanzielle Prognose. Ihre Rentenansprüche bekommen Sie jährlich mit der Renteninformation zugesandt.

Im Beispiel lege ich die folgenden Annahmen fest. Wir betrachten eine im Jahre 1966 geborene Person, welche die reguläre Rente mit 67 Jahren bekommt. Wer vor 1964 geboren ist, kann je nach Alter eher in Rente gehen. Wir nehmen an, diese Person hat einen Rentenanspruch von 1.650 Euro. Für die Kranken- und Rentenversicherung ziehen wir vorsorglich 10 Prozent also 165 Euro ab, es bleiben 1.500 Euro Rentenanspruch übrig. Das Jahr des geplanten Ausstiegs ist in unserem Beispiel der reguläre Rentenbeginn, beim Jahrgang 1966 ist es das Jahr 2034. Bedenken Sie, der Rentenrechner ist für Aussteiger erstellt.
Weiter unten im Rentenrechner trage ich 1.000 Euro monatliche Ausgaben ein. Der Rentenrechner, er ist mit Excel erstellt, rechnet automatisch mit.

Nun weist der Rentenrechner die jährlichen Einnahmen, Ausgaben und die Differenz in Jahresscheiben aus. Reicht das Geld, wird die letzte Spalte grün, andernfalls wird sie giftrot. Im 108. Lebensjahr geht in unserem Beispiel das Geld aus, die letzte Spalte wird giftrot, vorher bis zum 107. Lebensjahr war alles gut. Nun es ist logisch, irgendwann reichen die 18.000 Euro (1.500 Euro mal zwölf Monate) jährlich nicht mehr, um die anfänglichen 12.000 Euro Ausgaben zu decken. Bei einer jährlichen angenommenen Rentenerhöhung von 0 Prozent und einer Teuerungsrate (Inflation) von 2 Prozent ist im 108. Lebensjahr Schluss. Aber bis zum 107 Lebensjahr ist es noch lange.

Nun variiere ich die Zahlen. Wenn unsere Person 1.500 Euro Rente bekommt, kann sie diese auch ausgeben? Ich setze 1.500 Euro als Ausgaben ein und sehe, es wird schon im 69. Lebensjahren giftrot und damit knapp. Wohlgemerkt nur, wenn die Rente nicht prozentual mit der Teuerungsrate erhöht wird. Tatsächlich ist die Rentenentwicklung nicht an die Inflation sondern an die Lohnentwicklung gekoppelt.

Was würden Sie bei diesem Dilemma als Finanzminister machen? Eine Möglichkeit wäre, das Regelrentenalter zu erhöhen. Unser Finanzminister sprach kürzlich vom Rentenbeginn ab dem 70. Lebensjahr. Die anderen Alternativen wären die Rentenkürzung oder die Steigerung des Rentenbeitragssatzes – alle drei Alternativen klingen nicht verlockend. Die demographische Entwicklung wird dem Finanzminister keinen Spielraum lassen, irgendwas muss geschehen, sonst reicht es nicht.

Doch schauen wir weiter: Variiere ich den Zinssatz auf die Ersparnisse, indem ich ihn von 0,5 Prozent auf 1 Prozent anhebe, kommen wir ein Jahr länger hin. Das Geld reicht bis zum 108. Lebensjahr. Sie merken an diesem Beispielen, es sind kleinste Änderungen an den Prozenten, die erhebliche Auswirkungen haben können. Ein ganzes Jahr in dem die Rente länger reicht, nur weil der Zinssatz auf die Ersparnisse um 0,5 Prozent angehoben wurde. Also wenn Sie dereinst wieder ein Schreiben über die geänderten Zinssätze ihrer Bank erhalten, mit dem Rentenrechner können Sie nachrechnen, wie sich das für Sie persönlich auswirkt.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen die Methodik verständlich und nachvollziehbar darlegen.

Lassen Sie mich von einem privaten Aha-Effekt berichten. Als ich mit dem Rentenrechner spielte, die Zahlen variierte und unseren vorzeitigen Ausstieg vorbereitete, prüfte ich unsere Fixkosten. Also die Kosten, die monatlich oder jährlich permanent anfallen (Miete, Nebenkosten, Versicherung usw.). Ich versuchte die Kosten für die obligatorischen Versicherungen zu senken, in dem ich nach günstigeren Verträgen schaute. Es ging um 25 Euro jährlich, welche ich durch einen Vertragswechsel einsparte. Diese Einsparung an Fixkosten führte dazu, dass ich ganze 6.000 Euro weniger Ersparnisse benötigte, um vorzeitig, in meinem Fall mit 48 Jahren, auszusteigen. Wie lange benötigen Sie, um 6.000 Euro zu sparen? Genau, es ist eine Menge Geld, eingespart durch den Wechsel eines Versicherungsvertrages – wer hätte das gedacht?

Aussteigerbuch:

Aussteigerbuch

Rentenrechner:
http://www.ratgeber-aussteigen.de/frueher-aufhoeren.htm

wozu dieser Blog

Ein Blog zur Rentenberechnung, finanziellen Planung des vorzeitigen Berufsausstiegs oder Sabbatical also eines Sabbatjahres, Prüfung ob Altersarmut droht, Erwerbsminderung, Immobilien, Auswandern und Aussteiger werden.

Ich möchte in diesem Blog über die verschiedensten Möglichkeiten des vorzeitigen Ruhestands schreiben. Es wird um die Rentenberechnung, die Erwerbsminderungsrente, den vorzeitigen Berufsausstieg, die finanzielle Absicherung, den Immobilienerwerb in Deutschland und Griechenland gehen. Sicher schreibe ich auch etwas übers Auswandern, denn wir planen ab September 2017 nach Griechenland zu ziehen. Dabei sehen wir das größte Problem darin, ob unsere Tochter im Vorschulalter in der dortigen normalen Schule zurecht kommt. Also schauen wir mal.