Früher in Rente – Titelgeschichte Focus 26/18

Früher in Rente

Früher in Rente

Elke Fischer berichtet im Focus von Ihren Ausstiegs -Erfahrungen

Titelgeschichte_FOCUS2618

Ich danke dem Magazin Focus, dass ich Teil der Titelgeschichte „Früher in Rente“ sein durfte. Im Vorfeld zur Titelgeschichte wurde ich von einer netten Journalistin interviewt. Die ganze Geschichte las ich erst im veröffentlichten Focus. Dies war mein erstes Interview über mein Aussteiger Leben. Mir wurden schriftliche Fragen gestellt, welche ich ausführlich beantwortete. Davon wurde nur ein kleiner Teil veröffentlicht. Ob das immer so ist oder der Tatsache geschuldet war, dass mehrere Journalisten zusammen arbeiteten, kann ich nicht sagen. Lustig fand ich, dass ich die meisten anderen Aussteiger in der Titelgeschichte schon über das Internet kannte. Wir sind wohl eine Handvoll Aussteiger, die über ihre Erfahrungen im Internet berichten.

Früher in Rente,  mein Lesebrief an den Fokus

Meine Anmerkungen wären richtig, wurden jedoch nicht gedruckt

Immerhin bekam ich eine Antwort auf meinem Lesebrief zur Geschichte, wegen Platzmangel konnte er nicht gedruckt werden. Ich finde, einige wichtige Fakten, die bei der finanziellen Planung der frühen Rente sehr wichtig sind, wurden weggelassen.
Der Focus schreibt (S. 55, 1 Spalte, 2. Absatz von unten), wer seine Rente zwei Jahre früher bezieht, muss 14,4 Prozent Abschlag einkalkulieren. Hier hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen. Dieser Abschlag gilt bei einer vorgezogenen Rente von vier Jahren (pro Monat  0,3 Prozent mal 12 Monate sind 3,6 Prozent pro Jahr  mal 4 Jahre sind 14,4 Prozent).

Die frühe Rente mit Abschlägen lohnt sich

Für einen gewaltigen Fehler halte ich die negative Wertung der frühen Rente mit Abschlag. Diese frühe Rente lohnt sich finanziell. Im Artikel „Rentenabschläge berechnen“ habe ich nachgerechnet. Bei der frühen Rente mit den lebenslangen Abschlägen wird regelmäßig vergessen, dass Sie durch die frühe Rente  vier Jahre mehr Rentenzahlungen bekommen. Diese zusätzlichen Zahlungen gleichen die Abschläge von 24 Jahren Rentenbezug in einem Standartbeispiel aus. Wer mit 63 Jahren in Rente geht, hat erst im Alter von 87 Jahren  (63 plus 24 Jahre)  reale Rentenabschläge zu beklagen.
Beachten Sie, wir sprechen hier von sogenannten langjährigen Versicherten, welche 35 Beitragsjahre haben. Wer 45 Beitragsjahre hat, kann mit 63 Jahre ohne Abschläge in Rente gehen.
Die Grafik auf S. 59 errechnet im Faktenreport die korrekten Abschläge der vorgezogenen Rente. Allerdings fehlt der Hinweis, dass neben den Abschlägen die Sozialabgaben und die Steuern von der Rente abgezogen werden müssen.

Sozialabgaben und Steuern müssen abgezogen werden

Für die Sozialabgaben sollten circa zehn Prozent von der erwarteten Rente laut jährlicher Renteninformation abgezogen werden. Die Sozialausgaben (9,85 Prozent) für 2018 setzen sich aus der Hälfte der Krankenkassenbeiträge plus Zusatzbeiträge (die Hälfte von 14,6 Prozent sind 7,3 Prozent plus Zusatzbeitrag)  und die Pflegeversicherung (2,55 Prozent) zusammen.

Bei Betriebsrenten müssen die vollen Krankenkassenbeiträge gezahlt werden

Wer zusätzlich eine Betriebsrente bekommt, bezahlt auf diese, die vollen Krankenkassenbeiträge (14,9 Prozent plus Zusatzbeitrag plus Pflegeversicherung). Betriebsrenten sind meist Riester Renten. Der volle Krankenkassenbeitrag auf die ausgezahlte Rente, wird von den Riester Rente Anbietern in der Regel verschwiegen, den die mehr als siebzehn Prozent (14,9 Prozent plus Zusatzbeitrag plus 2,55 Pflegeversicherung) Abzüge bei der Betriebsrente kappen die Rendite empfindlich.
In meinem Blog habe ich die zu erwartenden Steuern an einem Standardbeispiel abgeschätzt. Die Steuern betragen 12,2 Prozent, wenn ohne Abschläge in Rente gegangen wird. Ob Sie 14,4 Prozent Rentenabschlag in Kauf nehmen oder 12,2 Prozent an den Staat abgeben, es bleibt Ihnen überlassen.
Aus meiner Sicht ist die Variante vorteilhafter, vier Jahre früher in Rente zu gehen. Je länger Sie arbeiten, um so mehr Steuern zahlen Sie. Dieser Effekt ist der negative Gegenspieler zum Rentenabschlag und sollte bedacht werden.

Die tatsächliche Inflation steigt stärker als die Rentenanpassung

Auf Seite 58 zeigt der Focus in der Grafik die Entwicklung der Rente und der allgemeinen Inflation in Prozent. Ich gehe davon aus, es wird mit der üblichen zwei Prozent Inflation kalkuliert.
Leider ist das nicht die ganze Wahrheit, wie im Focus Online Beitrag „Die Inflation wird falsch gemessen“ (https://www.focus.de/finanzen/experten/debatten-die-inflation-wird-falsch-gemessen_id_9060871.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=newsletter_FINANZEN) darlegt wird. Die echte Inflation beträgt laut Focus Artikel nahezu sechs Prozent. Also wächst die Inflation stärker als die Rentenanpassung, die grafische Darstellung sähe umgekehrt aus.
Wie die Inflation unser Erspartes frisst und was Sie dagegen tun können, finden Sie im Blog Eine Auslandsimmobilie als Geldanlage für Ihre Altersvorsorge.

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